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Neue Toptitel aus unserem aktuellen Programm 

 

Zweiter Weltkrieg

Kurt R. Eissler

Männer und Militär

Psychoanalyse der US-Armee als Institution im Zweiten Weltkrieg

»Kurt R. Eisslers Buch über die US-Armee im Zweiten Weltkrieg ist die erste psychoanaly­tische Untersuchung einer zentralen Institution unserer Kultur. Sie zeigt, über welches kultur­wissenschaftliche Potenzial die Psychoanalyse verfügt, aber auch, auf welche Widerstände ihre Erkenntnisse stossen. Eisslers Untersuchungen sind auch ein wichtiges Zeugnis der intellektuellen Verarbeitung von Vertreibung, Flucht und Holocaust. Berührend ist die Bedeutung, die dem Utopischen zukommt. Die USA erschienen zunächst als wahr gewordene Utopie und die US-Armee als Waffe, die den Faschismus endgültig zerschlagen werde.«
(Mario Erdheim)

Wie in einer Feldforschung reflektiert Eissler seine Tätigkeit: die Psychologie und Psychopathologie der Soldaten, die ­Situation der Zugehörigkeit zu den Streitkräften in der Kriegs­situation, die unbewussten Auswirkungen der totalen Insti­tution und des Kampfes um Leben und Tod in der Infanterie bei einfachen Soldaten und Offizieren.

Eisslers Studien sind umfangreich und ins Detail gehend, neu und auf die ­Gegenwart übertragbar – eine einzigartige ­Erkenntnisquelle.

 

 

 

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Anna Gätjen

Immer online?

Das Smartphone zwischen Begrenzung und Begehren in der psychoanalytischen Behandlung Adoleszenter

Immer wieder wird die Bedeutung Digitaler Medien als zeitgemäße Repräsentationen sich verändernder kultureller jugendlicher Alltagspraxis in ein nicht zulässiges, wissenschaftlich nicht begründetes, kausales Verhältnis zu Veränderungen intra- und interpsychischer Entwicklung in der Adoleszenz gesetzt. Gätjen zieht empirisch-klinisches Material als Herzstück ihrer Studie hinzu, in der es darum geht, den adoleszenten Entwicklungsprozess ins Verhältnis zu setzen zum Umgang mit Digitalen Medien innerhalbdes psychotherapeutischen Behandlungsverlaufes. Darüber hinaus werden Rückschlüsse auf Entwicklungsphänomene einer Generation, die mit diesem Medium aufgewachsen ist, diskutiert.
Die Potenzialität eines »Immer-online-Seins« wirft Fragen auf, die die Notwendigkeit des adoleszenten Ringens um Ablösung und Autonomie in den Mittelpunkt rückt. Gleichzeitig verdeutlicht sich eine neue behandlungspraktische Herausforderung: Sollte die ungestörte Situation innerhalb der analytischen Stunde, eine Conditio sine qua non des psychoanalytischen Rahmens, verteidigt werden? Oder war der Gebrauch des Smartphones, welches diesen konstitutiven Rahmen mit seiner klaren Raum- und Zeitstruktur porös werden ließ, selbst als eine Art »Symptom« zu verstehen und ganz individuell aufzugreifen? Weiterhin wird der Blick auf die Frage geschärft, inwieweit die mittels Digitaler Medien sich rasant vermehrenden Beziehungsoptionen einen Verlust oder eine Bereicherung oder einfach nur eine differenzierte Erweiterung zwischenmenschlicher Beziehungsgestaltung in der adoleszenten Entwicklung darstellen und wie sich diese Frage in der klinischen Praxis ausloten lässt.