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Luzifer-Amor 51, 1/2013
S. Freud, »Jenseits des Lustprinzips«
Neu-Edition, Erstabdruck der Urfassung (1919) und Kommentar
Luzifer-Amor 51
Mit Beiträgen von Sigmund Freud, Ulrike May, Michael Schröter
1. Aufl. 2013
196 S., Pb.
22,90 €
Lieferbar

Inhalt


Editorial

Sigmund Freud
Jenseits des Lustprinzips.
Kritische Edition von Ulrike May und MichaelSch röter
Anhang: Die Erstfassung von 1919

Ulrike May
Der dritte Schritt in der Trieblehre.
Zur Entstehungsgeschichte von Jenseits des Lustprinzips

I. Zwei Manuskript-Fassungen von Jenseits des Lustprinzips
1. Zur Datierung der Erstfassung: Mitte März bis Mitte April 1919
2. Zur Datierung der Zweitfassung: Juli 1919 bis Juli 1920
3. Zur Datierung der Druckfassung: Juli und/oder August 1920
II. Der klinische Anstoß zur dritt en Triebtheorie
III. Zum engeren Werkkontext
IV. Die Erstfassung: Die weitausholende Spekulation, oder: Ein Jenseits des Lustprinzips ohne Todestrieb und Eros
1. Das erste Kapitel
2. Das zweite Kapitel
3. Das dritte Kapitel
4. Das vierte Kapitel
5. Das fünfte Kapitel
6. Das sechste (= siebte) Kapitel
V. Die Zweit- und Druckfassung: Von der Spekulation zur dritten Triebtheorie
1. Die Todestriebe und der Todestrieb
2. Das neue sechste Kapitel
3. Der Weg von der Erst- zur Zweit- und Druckfassung
a. Entradikalisierung, Festhalten der alten, Hinzufügung der neuen Triebtheorie
b. Zur Einführung des Eros
c. Zu den Todestrieben der Zweit- und Druckfassung
d. Das Problem der Aggression
VI. Schlussbemerkungen
1. Zum prozessualen Charakter von Freuds Theoriebildung
2. Vorschlag einer neuen Auslegung von Jenseits des Lustprinzips
3. Das Verhältnis der Triebtheorien zueinander
4. Das Traumatische als psychisch er Prozess sui generis
Exkurs I: Freud, Ferenczi und die Urgeschichte des Psychischen
Exkurs II: Zu Freuds Umgang mit den Quellen im sechsten Kapitel
Literatur

Rezensionen
 
E-Books zu diesem Titel:

Gesamtheft (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 19,90 €


Beitrag: Andreas Peglau und Michael Schröter: Relative Ruhe nach und vor dem Sturm. Der III. Psychoanalytische Kongress in Weimar 1911 (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Der 3. Psychoanalytische Kongress in Weimar 1911, zwischen der Adler- und der Jung-Krise gelegen, gilt als ein ertrag- und erfolgreiches Treffen. Ein Glanzpunkt war die Anwesenheit des Harvard-Neurologen Putnam, dessen Aufruf zur Verankerung der Psychoanalyse in einer Lebensphilosophie allerdings auf Widerspruch stieß. Der Vortrag von Ferenczi über die Nosologie der männlichen Homosexualität mag zum anschließenden Austritt von Magnus Hirschfeld aus der IPV beigetragen haben. Das beherrschende Thema des Kongresses, das mehr als die Hälfte der Beiträge (z. B. von Freud, Jung, H. Sachs) prägte, war die nicht-klinische Anwendung der Psychoanalyse, besonders auf die Mythologie. Ein etwas sensationell aufgemachter Zeitungsbericht hatte zur Folge, dass die Presse bei künftigen IPV-Kongressen nicht mehr zugelassen wurde. Berühmt geworden ist der Weimarer Kongress nicht zuletzt durch das Gruppenfoto der Teilnehmer, aufgenommen im Garten des Tagungsortes, Hotel »Erbprinz«, dessen Schöpfer Franz Vältl in dem Beitrag vorgestellt wird.

Beitrag: Michael Schröter: »Man schied voneinander ohne das Bedürfnis, sich wiederzusehen«. Die Kontroverse Wien–Zürich auf dem Münchener IPV-Kongress 1913 (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Der 4. psychoanalytische Kongress 1913 in München brachte den definitiven Bruch zwischen Freud und Jung. Ein neu aufgefundener Kongressbericht mit 11 Autoreferaten aus der Reihe der 19 Vorträge (der durch einen zweiten ergänzt wird, beide abgedruckt in diesem Heft von LUZIFER-AMOR), verschafft einen Einblick in die Verhandlungen. Es geht daraus hervor, wie sehr der Kongress, in den Vorträgen selbst wie in den Diskussionen – für deren Wiedergabe es in der Geschichte der psychoanalytischen Kongresse kein Pendant gibt –, von der Auseinandersetzung zwischen Wien und Zürich geprägt war, beginnend mit einer inszenierten Kontroverse über »Die Funktion des Traumes« zwischen A. Maeder und O. Rank. Man erkennt insbesondere, dass die Züricher Abweichungen von der Freud’schen Linie in hohem Maße durch die Rücksicht auf die psychotherapeutische Praxis bestimmt waren. Die beiden vom IPV-Sekretär Riklin verfassten Berichte spiegeln die Züricher Auffassung wider, dass sich zwischen den streitenden Lagern eine normale wissenschaftliche Diskussion abspielte, während Freud in München die Psychoanalyse als sein Proprium verteidigte.

Beitrag: Manfred Klemann und Inge Weber: »… daß Jung ihm unsern Vortrag widerrechtlich in der Zeit verkürzte«. Zu Entstehungsgeschichte und Schicksal eines verschollenen Textes von Victor Tausk und Lou Andreas-Salomé (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Das neuentdeckte Autoreferat des ansonsten verschollenen Vortrags zum Thema »Narzissmus«, den Victor Tausk auf dem Münchener IPV-Kongress 1913 hielt, ermöglicht es, dessen Kerngedanken zu skizzieren, indem weitere Hinweise zum Thema zusammengetragen und zueinander in Beziehung gesetzt werden. Eingebettet in den historischen Kontext und illustriert durch bisher unveröffentlichte biographische Details, entsteht ein lebendiges Bild von der Beziehungsdynamik zwischen Freud, Tausk und Lou Andreas-Salomé. Zwei Ergebnisse sind hervorzuheben: Zum einen war Tausks Vortrag das Ergebnis eines intensiven intellektuellen Austauschs mit Andreas-Salomé; zum anderen erweist sich Tausk als ein wichtiger Vor- und Mitdenker, der schon früh die besondere Rolle des »Identifikationsmechanismus« im Hinblick auf Narzissmus, Melancholie und Schizophrenie sah. Sein Ansatz kann als eine erste Konzipierung einer Ich-Psychologie auf triebdynamischer Grundlage verstanden werden, die den Narzissmus, d. i. die Verfassung leib-seelischer Undifferenziertheit, als den Ursprung der Subjektwerdung begreift.

Beitrag: Herbert Will: Ferenczis Anstoß: Glaube, Unglaube und Überzeugung in der Psychoanalyse (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Der Autor würdigt Ferenczis Münchner Kongressvortrag von 1913 über »Glaube, Unglaube und Überzeugung« in seiner Genese und konzeptuellen Bedeutung. Er arbeitet heraus, in welchem Ausmaß sich darin Keime von Ferenczis späterer Entwicklung und Eigenständigkeit finden. Analog zu Frazer/Freuds Dreierschema der Menschheitsentwicklung von Magie – Religion – Wissenschaft sieht Ferenczi die individuelle Kindheitsentwicklung in drei Phasen: Allmachtsgefühl – Glaube und Unglaube – eigenständige Überzeugungen. Er fragt, unter welchen Bedingungen die Patienten in der Analyse eigenständige Überzeugungen gewinnen können, und betont die Freiheit, die Möglichkeit der Kritik und die Bedeutung emotionaler Erfahrungen. Freud konnte Ferenczis Vortrag nicht akzeptieren, weil er implizite Widersprüche zu seinem Denken enthielt – in denen der Autor ein noch unausgeschöpftes Potenzial für die psychoanalytische Theoriebildung findet.

Beitrag: Roman Lesmeister: Introversion und Andersheit. C. G. Jungs Beitrag zur psychologischen Typologie beim Münchner Kongress 1913 als »Schluss-Stein« seiner Kontroverse mit Freud (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
C. G. Jungs Referat beim 4. Internationalen Psychoanalytischen Kongress 1913 wird als ein Text gelesen, in dem Jung seine Differenz zu Freud und sein darin zum Ausdruck kommendes Anderssein persönlichkeitstypologisch unter Verwendung der Dimensionen Introversion – Extraversion fundiert. Er vollzieht damit einen entscheidenden Schritt persönlicher und intellektueller Individuation und Rehabilitation. Anschließend wird der von Jung für sich selbst in Anspruch genommene introvertierte psychologische Denkmodus an seinen Revisionen der psychoanalytischen Ätiologie der Neurosen exemplifiziert. Die Aktualität der Jung’schen Ideen zeigt sich in der noch unabgeschlossenen Diskussion über das Problem der Nachträglichkeit in der Genese psychischer Störungen.

Beitrag: Astrid Brundke: Leonhard Seif, die psychoanalytische Szene in München vor dem Ersten Weltkrieg und der Freud-Jung-Konflikt (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Der Aufsatz beleuchtet die psychoanalytischen Jahre des Münchner Nervenarztes und Psychotherapeuten Leonhard Seif (1866–1949), mit einigen Angaben zum lokalen Kontext. Seif gründete 1911 die zweite Ortsgruppe der IPV in Deutschland und engagierte sich bis zum 4. psychoanalytischen Kongress, der 1913 in München stattfand, für Freuds Lehre. Er hatte 1909 über Jung, mit dem ihn zunächst die Hochschätzung für Freud verband, Kontakt zur psychoanalytischen community bekommen. Ab 1912 geriet er zwischen die Fronten, als sich der Freud-Jung-Konflikt verschärfte. Seif entschied sich, wohl aus persönlicher Loylität, für Jung und verließ zusammen mit ihm die IPV. Wenig später jedoch wandte er sich der Adler-Schule zu und baute erfolgreich die Münchner individualpsychologische Gruppe auf.

Beitrag: Franz Riklin: Zwei Berichte über den 4. psychoanalytischen Kongress in München, 7.—8. September 1913 (Luzifer-Amor 52, E-Journal) Format: pdf
Preis: 7,90 €
Der folgende Text – genau genommen nur ein Torso des planmäßigen Berichts – ist ein fortlaufendes, durchpaginiertes Protokoll von der Hand des damaligen IPV-Sekretärs Riklin, in dem an der jeweils zugehörigen Stelle auf die nummerierten Autoreferate der Vorträge hingewiesen wird. Diese liegen, mit der Kennzeichnung »Autoreferat I etc.«, in der Handschrift der Autoren, selten auch als Typoskript gesondert bei und werden in der folgenden Edition, grau gefärbt, an Ort und Stelle eingefügt. Analoges gilt für zwei schriftlich ausgearbeitete Diskussionsvoten von O. Messmer. Das Original des Berichts befindet sich im Freud Museum London.

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