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Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (KJP) 170, 2/2016
Die Fähigkeit zum Alleinsein
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 170
Mit Beiträgen von Petra Adler-Corman, Myria Fabregat, Rainer Krause, Katja Kruse, Ross A. Lazar, Sebastian Leikert
1. Aufl. 2016
120 S., Pb.
19,90 €
Lieferbar

Inhalt


Editorial

Vorwort


Sebastian Leikert
Musik, Affektregulation und die Fähigkeit, für sich zu sein Überlegungen zur Bedeutung der Musik in biografischen Schwellensituationen

Ross A. Lazar
Container-Contained Revisited: Wilfred R. Bions Theorie des Denkens

Rainer Krause
Über die unbewusste Handhabung affektiver Austauschprozesse zur Regulierung der primären Autonomie

Einige behandlungstechnische Überlegungenspeziell für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen

Petra Adler-Corman
»Das Herz im Irrgarten«
Von frühen Ängsten des analytischen Paares in der Behandlung eines fünfjährigen Mädchens


Myria Fabregat
Frühe Ängste und Pflegschaft

Filmbesprechung
Katja Kruse
Filminterpretation We need to talk about Kevin (Lynne Ramsay, 2011)

Buchbesprechungen

 
E-Books zu diesem Titel:

Gesamtheft (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 18,50 €

Beitrag: Sebastian Leikert, Musik, Affektregulation und die Fähigkeit, für sich zu sein (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Musik ist ein System der Erzeugung von Bedeutung, das seit Beginn der Kulturentwicklung für verschiedene Momente der Transformation genutzt wird. Die Struktur des vorsprachlichen Bereichs lässt sich durch den Begriff der »kinästhetischen Semantik« beschreiben: Die innere Organisation der Wahrnehmungs­einzelheiten ist die ästhetische Seite des Geschehens. Sie tritt in leiblich-kinetische Resonanz mit dem rezipierenden Subjekt. Aus der Fusion des kinetischen Subjekts mit dem ästhetischen Objekt entsteht das semantische System der Musik. Die Bedeutung der Musik in drei Schwellensituationen wird befragt. In der vor­geburtlichen Zeit ist es die ästhetische Qualität der Mutterstimme, welche dem Subjekt die ersten kinetisch-episodischen Engramme aufprägt. An der Schwelle zur sozialen Existenz spielt das Kinderlied als Mikroritual eine besondere Bedeutung. Am Beispiel des Liedes Hoppe hoppe Reiter wird dargelegt, wie sich ein kinästhetisches Geschehen strukturiert und gleichzeitig die Bindung an die Mutter und an Elemente der umgebenden Kultur erzeugt und verstärkt wird. In der Adoleszenz, d. h. an der Schwelle zur persönlichen Existenz, erlaubt die intensive Besetzung des kulturellen Lieblingsobjekts Musik die Ablösung von den Eltern und unterstützt die Kontrolle der Emotion und den Aufbau sinnlicher Konfigurationen der eigenen Identität.

Beitrag: Ross A. Lazar, Container-Contained Revisited: Wilfred R. Bions Theorie des Denkens (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Mit diesem Aufsatz möchte ich drei Aufgaben nachgehen. Erstens will ich Wilfred R. Bions Theorie des Denkens, sprich sein »Container-Contained«-Modell historisch wie theoretisch nachzeichnen. Zweitens ist es mir ein Anliegen, eine gewisse Klärung der Bion’schen Anwendung der Theorie vorzunehmen, indem ich einen Vorschlag zur Korrektur seiner aus der Biologie stammenden Terminologie anbiete. Und drittens möchte ich, teilweise anhand einer kleinen Fallvignette, die Anwendung des Begriffs für die klinische Praxis erörtern.

Beitrag: Rainer Krause, Über die unbewusste Handhabung affektiver Austauschprozesse zur Regulierung der primären Autonomie (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
In der Arbeit wird auf die unbefriedigende Kenntnisnahme neuerer Entwicklungen der Abwehrlehre, vor allem der in die Objektbeziehungen eingebundenen Formen, die bei schweren Störungen überwiegen, verwiesen. Davon ausgehend wird auf die Psychophysik dieser vor allem affektiven Austauschprozesse verwiesen. Wir unterscheiden zwischen der häufig intakten, ja sogar hoch entwickelten Fremdwahrnehmung von Gefühlen bei anderen und dem introspektiven Chaos der Selbstwahrnehmung. Wir machen einige behandlungstechnische Vorschläge, wie man diese Diskrepanz nutzen kann.

Beitrag: Petra Adler-Corman, »Das Herz im Irrgarten« (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
In der Kasuistik wird die analytische Behandlung eines fünfjährigen Mädchens mit einer chronischen Bluterkrankung vorgestellt. Die Erkrankung erforderte viele traumatisierende Krankenhausaufenthalte und die ständige Kontrolle durch die Mutter. Die kleine Patientin verspürte Todesangst im Alleinsein und im Zusammensein mit Anderen. Ihre Ängste wehrte sie durch auffälligstes Verhalten ab. In der fast vierjährigen Behandlung inszenierte sich der entgleiste Dialog zwischen Mutter und Kind. Aufkommende früheste psychische Zustände der Patientin und der Therapeutin blockierten vorübergehend den therapeutischen Prozess.

Beitrag: Myria Fabregat, Frühe Ängste und Pflegschaft (KJP 170, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Die Autorin stellt die psychoanalytische Arbeit mit einem sechsjährigen Kind und seinen Pflegeeltern dar. Der Junge litt an einer emotionalen Blockade mit Angstkrisen, Alpträumen, motorischer Unruhe und Wutausbrüchen, die seine Entwicklung massiv behinderte. Unmittelbar nach der Geburt kam er zu einer Pflege­familie und im 18. Lebensmonat zu den heutigen Pflegeeltern. Was bis dahin passierte und was das Kleinkind erlebte, ist allen Beteiligten unbekannt. Der Text versucht zu zeigen, dass der analytische Prozess und besonders die Übertragung die Werkzeuge sind, die die Bearbeitung der frühen Trennung, die Herausbildung unbewusster, primitiver Repräsentanzen von Herkunft und Abstammung und die psychische Differenzierung ermöglichen. Eine interpretative Technik von Deutung durch Handlungen wird vorgeschlagen.

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