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Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP) 167, 3/2015
Vaterschaft
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 167
Mit Beiträgen von Mahrokh Charlier, Egon Garstick, Hans-Geert Metzger, Heinz Müller-Pozzi, Angelika Staehle
1. Aufl. 2015
124 S., Pb.
19,90 €
Lieferbar

 

Inhalt


Vorwort

Hans-Geert Metzger
Chancen und Konflikte der Vaterschaft – andere Sexualitäten, neue »Eltern« und die Väter

Heinz Müller-Pozzi
Das Begehren der Mutter und der Name des Vaters
Die drei Aspekte der Vatermetapher

Egon Garstick
Die Suche nach dem Vater und den triangulierenden Räumen

Angelika Staehle
Sohn und Vater
Der Tod des Vaters in der Adoleszenz und seine Auswirkung auf die Identitätsentwicklung des Sohnes

Mahrokh Charlier
Eine orientalische Version des Ödipuskomplexes

Buchbesprechungen

 

 
E-Books zu diesem Titel:

Gesamtheft (AKJP 167, E-Journal) Format: pdf
Preis: 18,50 €

Beitrag: Hans-Geert Metzger, Chancen und Konflikte der Vaterschaft – andere Sexualitäten, neue »Eltern« und die Väter (AKJP 167, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Die Auflösung von Strukturen und die Manipulation von Begrenzungen werden vielfach als gesellschaftlicher Fortschritt angesehen. Durch die Überbetonung narzisstischer Werte sind Bindungsprozesse und die Akzeptanz von Abhängigkeit geschwächt. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf das Selbstverständnis von Vaterschaft und auf die Frage, ob und wie strukturierende und begrenzende Funktionen wahrgenommen werden. In neuen, unter Beihilfe der Reproduktionsmedizin entstandenen Familienformen wird die Bedeutung des Dritten immer häufiger infrage gestellt. Vor dieser Entwicklung ziehen sich viele Männer in ein zunehmendes Vermeidungsverhalten zurück, indem sie z. B. eine passiv-trotzige oder eine phallisch-narzisstische Abwehrhaltung einnehmen. Dies schwächt eine reife männliche Entwicklung. Gegen diese Tendenz wird ein differenziertes Vaterbild entwickelt, das auch neuere Entwicklungen der Vaterschaft integriert.

Schlüsselwörter: Generativität, Geschlechterbeziehungen, Männlichkeit, Sexualität, Väter, Vater-Kind-Beziehungen.

Beitrag: Heinz Müller-Pozzi, Das Begehren der Mutter und der Name des Vaters. Die drei Aspekte der Vatermetapher (AKJP 167, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Ausgehend von dem Ansatz und der Terminologie der strukturalen Psychoanalyse entfaltet der Autor die drei spezifischen Funktionen des Vaters: der reale Vater, der imaginäre Vater und der symbolische Vater. Er stellt dabei im Wesentlichen die Position Jacques Lacans heraus: Der Mensch ist in eine grundlegende symbolische Ordnung eingebettet, die das Subjekt konstituiert. Die Struktur dieser Ordnung ist triangulär und ödipal und geht dem individuellen Ödipuskomplex voraus. Dies gilt auch für die frühe Dyade, die einer triangulären Struktur entspringt und mit ihr verwoben ist. Symbolisch vertritt der Vater das Gesetz, dem er selbst unterworfen ist und das die Geschlechterdifferenz und die Generationenfolge in der kindlichen Psyche errichtet; er repräsentiert die trianguläre Struktur und ermöglicht so die Individuation des Kindes und Jugendlichen zum Subjekt einer eigenen Urszene.

Schlüsselwörter: Begehren, Dyade, Generativität, Generationenunterschied, Ödipuskomplex, Triade, Triangulierung, Väter, Vater-Kind-Beziehungen.

Beitrag: Egon Garstick, Die Suche nach dem Vater und den triangulierenden Räumen (AKJP 167, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Der Autor zeigt mit diesem Beitrag auf, wie aus seinem Auseinandersetzungsprozess mit der Elternarbeit in der psychoanalytischen Kinderpsychotherapie die spezifische psychoanalytische Arbeit mit frühen Beziehungen entstand: die sogenannte Elternschaftstherapie, eine vom Autor mit der Institution »Stiftung Mütterhilfe Zürich« entwickelte Form fokussierter psychotherapeutischer Arbeit mit Eltern während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder. Im Rahmen dieses Engagements für eine triangulierende Qualität in der frühen Kindheit nehmen zunehmend werdende Väter auch für sich eine psycho­analytisch orientierte Vaterschaftsentwicklungshilfe in Anspruch.

Schlüsselwörter: Jungen, Vaterlosigkeit, Aggressivität, Interdisziplinäre Entwicklungsarbeit, Psychoanalyse und Gesellschaft, Gesundheitspolitik.

Beitrag: Angelika Staehle, Sohn und Vater. Der Tod des Vaters in der Adoleszenz und seine Auswirkung auf die Identitätsentwicklung des Sohnes (AKJP 167, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Der Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die in der Adoleszenz erforderliche Trauer­arbeit, um sich von den Eltern der Kindheit verabschieden zu können. Dazu bedarf es der Fähigkeit, Verluste und Trennung auszuhalten, um eine eigene Identität zu entwickeln. An Fragmenten aus der Analyse eines erwachsenen Mannes wird dargestellt, wie die eingefrorene Trauer und die abgespaltenen Gefühle zugänglich werden und der Mann seine eigene Lebendigkeit wiedergewinnt. Sein Vater war nach heftigen Auseinandersetzungen in seiner Adoleszenz plötzlich verstorben. Herr A. hatte die Trauer in der Schwebe gehalten und sich in eine zeitlose Enklave zurückgezogen. Dies beeinträchtigte sein männliches Identitätsgefühl und verflachte seine Beziehungen zu anderen Menschen. Eine drohende Trennung von seiner Frau stürzte ihn in eine tiefe Depression und brachte ihn in Analyse.

Schlüsselwörter: Adoleszenz, Trauer, Vater, männliche Identität, Rückzug.

Beitrag: Mahrokh Charlier, Eine orientalische Version des Ödipuskomplexes (AKJP 167, E-Jounral) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Ausgehend von der Bedeutung des Mythos in der westlichen und orientalischen Kultur möchte die Autorin aufzeigen, dass Mythen von jeder dieser zivilisierten Welten unterschiedlich erlebt und gedeutet werden und ihnen auch unterschiedliche Funktionen zukommen.
In Anlehnung an Freuds Interpretation der Ödipus-Sage und seine Ausführungen zu deren phylogenetischer Bedeutung in Totem und Tabu erörtert die Autorin anhand einer Sage aus Ferdousis »Buch der Könige« aus dem 10./11. Jahrhundert die Bedeutung eines phantasierten Vatermordes und dessen Auswirkungen im Kontext der orientalischen Kultur. Ferdousis »Buch der Könige« liegen Texte der zoroastrischen, altiranischen Religion, die ca. 2000 v. Chr. entstand, zu Grunde.
Als zentrale These formuliert die Autorin eine besondere Konfiguration des Ödipuskomplexes in der orientalischen Kultur, die wesentliche Differenzen zum »westlichen« Ödipus beinhaltet.
Mit der Beschreibung der Analyse eines Mannes aus dem orientalischen Kulturraum werden die Überlegungen zu kulturell unterschiedlichen Konfigurationen des Ödipuskomplexes auch aus klinischer Sicht illustriert. Die Arbeit schließt mit einer Diskussion individualpsychologischer und kultureller Auswirkungen der beschriebenen unterschiedlichen Konfigurationen des Ödipuskomplexes in Orient und Okzident, die selbst wiederum Resultat kultureller Unterschiede sind.

Schlüsselwörter: Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Mythos, Kulturtheorie, Kulturvergleich, Orient und Okzident, Zoroastrismus.

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