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Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP) 141, 1/2009
Heimat
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 141
Mit Beiträgen von Annelies Arp-Trojan, Christina von Braun, Fatih Güç, Juliet Hopkins, Günther Molitor, Frank Rosenberg, Annette Simon
1. Aufl. 2009
136 S., Pb.
19,90 €
Lieferbar

 

 

 

Inhalt


Vorwort

Annelies Arp-Trojan
Heimat? Einige Gedanken

Juliet Hopkins
Wie es einem zehnjährigen Jungen möglich wurde, bei seinen über Jahre abgelehnten Adoptiveltern eine Heimat zu finden

Frank Rosenberg
»In mir ist ein Geist«
Die Verschränkung von frühem Trauma, transgenerational vermittelten traumatischen Introjekten und Ängsten vor Selbstauflösung in der Behandlung eines Jungen

Fatih Güç
Innere und äußere Migration zwischen Wiederholung und Neuschöpfung
Psychoanalytische Behandlung von Kindern und Jugendlichen aus islamischen Ländern

Forum
Günther Molitor
Kinderanalyse – Auf der Suche nach der verlorenen Heimat

Annette Simon
»Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin«
Die Heimat der 68er in Ost und West

Christina von Braun
»Heimat« aus kulturhistorischer Sicht

Buchbesprechungen

 

 

 

 
E-Books zu diesem Titel:

Gesamtheft
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 18,50 €


Beitrag: Annette Simon, »Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin«. Die Heimat der 68er in Ost und West
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
2008 wird in jeder Weise über die 68er-Generation nachgedacht, und sie ergreift auch selbst sehr vielfältig das Wort. Auch ich möchte mich erneut diesem Thema zuwenden, diesmal fokussiert auf unser Verhältnis zur Heimat Deutschland. Dass ich als eine Kollegin schreibe, die die Hälfte ihres erwachsenen Lebens in der DDR ihren Beruf als Psychotherapeutin ausgeübt hat und jetzt Psychoanalytikerin im vereinten Deutschland ist, macht die Sache vielleicht zusätzlich spannend. Mit fremdem Blick habe ich auf die GenerationsgenossInnen in Westdeutschland gesehen. Ab 1998 konnte ich mich sogar in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit Christian Schneider, Cordelia Stillke und Heinz Steinert diesem Thema zuwenden (Schneider, Simon u. a., 2002). Und ich kann den Westdeutschen etwas erzählen aus einem ihnen fremden, zumindest immer etwas entrückten und inzwischen versunkenen Land.
Heimat – ein schönes deutsches Wort. Für die 68er war es auf beiden Seiten ein Unwort. Die Heimat Deutschland war nach zwölf Jahren Nationalsozialismus nicht nur zerstört – sie war auch vergiftet, vergiftet durch die Taten ihrer Einwohner selbst, die sich in ihren Trümmern fanden. Trotzdem ist die innere Bewegung zur Ablehnung des Wortes und des Bedeutungshofes des Heimatbegriffes in der 68er-Generation in Ost und West durchaus unterschiedlich.

Beitrag: Christina von Braun, »Heimat« aus kulturhistorischer Sicht
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
Seit der Wende haben die Heterogenität und die vielen historischen Schichten von Berlin-Mitte eine romantische Allüre angenommen. Kein Ort zieht so viele Touristen an wie dieser. Die Romantisierung überträgt sich sogar rückwirkend auf die Beschreibungen der Vergangenheit. Döblins Roman Berlin Alexanderplatz, der eigentlich als Sozialbericht geschrieben war und in seiner Zeit auch so gelesen wurde, »funktioniert« heute eher über eine nostalgische Anziehungskraft. Das Berlin der Vergangenheit, und ganz besonders dieses heterogene Berlin-Mitte, umgibt die Aura eines verlorenen Paradieses. In seiner Zeit wurde dieses »Paradies« als Fremde und als Ort der Armut erfahren: der Art von Armut, die die wohlhabenden Schichten gerne mit Schmutz und schlechten Gerüchen umschrieben. Wie kommt es, daß dieser »Schmutz«, dieser Geruch, dieses Elend – das Wort »Elend« leitet sich von »Ausland« ab – zu einem Ort geworden ist, auf den sich Heimatgefühle richten?

Beitrag: Günther Molitor, Kinderanalyse – Auf der Suche nach der verlorenen Heimat
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
Die junge Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck hat soeben ihren neuen Roman Heimsuchung vorgestellt, in dem sie sich mit der Bedeutung von Heimat und Heimatverlust beschäftigt. Sie schreibt: »Heimat. Ein Haus, die dritte Haut, nach der Haut aus Fleisch und der Kleidung. Heimstatt.« Heimatverlust ist – so Erpenbeck-, »die dritte Haut sich abziehen zu lassen.« Heimat werde erst wichtig, wenn man sie verliert.
Welches ist unsere »dritte Haut«, welches unser Haus als Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker?, fragte ich mich, als ich mit dem Tagungsthema konfrontiert wurde. (Ich möchte gleich zu Beginn klären, dass ich diese Berufsbezeichnung wähle auf dem Hintergrund noch immer ungelöster Differenzen zwischen Kinderanalyse und analytischer Kinderpsychotherapie, die natürlich auf unsere Geschichte zurückzuführen sind, wie ich noch aufzeigen werde.)
Der Frage nach »unserem Haus« und unserer Heimat als deutsche Psychoanalytiker für Kinder und Jugendliche will ich aus einer Empfindung des Verlustes nachgehen, die mich seit meiner Ausbildung »zum staatlich anerkannten Psychagogen« (so hieß das noch 1989) umtreibt. Die Verlustempfindung ist eng verknüpft mit dem Gefühl »ausgeschlossen zu sein« und dem Wunsch »dazu zu gehören«.

Beitrag: Juliet Hopkins, Wie es einem zehnjährigen Jungen möglich wurde, bei seinen über Jahre abgelehnten Adoptiveltern eine Heimat zu finden
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
Der Aufsatz beschreibt die Schwierigkeiten, die einige spät-adoptierte Kinder damit haben, zu ihren neuen Eltern eine Bindung einzugehen. Er betrachtet das Wesen des desorganisierten Bindungsmusters, das viele dieser deprivierten und vernachlässigten Kinder aufweisen, sowie die Ursprünge dieses Musters nach der Erfahrung von »Schrecken ohne Lösung«.
Die Psychotherapie eines neunjährigen Jungen soll die lang anhaltenden Widerstände veranschaulichen, die aufgrund von Abwehrmechanismen, von denen das Gefühl innerer Sicherheit abhängt, neuen Bindungen gegenüber existieren, sowie die Hartnäckigkeit der Loyalität gegenüber früheren inneren Bindungsrepräsentanzen. Veränderung wird durch Psychotherapie möglich, in der frühere negative Bindungsmodelle zusammen mit den damit einhergehenden Gefühlen von »Schrecken ohne Lösung« nach außen verlagert werden. Bei diesem Jungen wurde eine Phase der Zurückweisung der Therapeutin abgelöst von einer neuen Fähigkeit, gemeinsam zu spielen; dies war mit der Entwicklung positiver Bindungen an seine Adoptiveltern verbunden.

Schlüsselwörter: Adoption, Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität (ADHS), Bindungsstörungen, Loyalität, Fähigkeit zum Spielen, Veränderung der Identität, Zusammengehörigkeit.

Beitrag: Frank Rosenberg, »In mir ist ein Geist«. Die Verschränkung von frühem Trauma, transgenerational vermittelten traumatischen Introjekten und Ängsten vor Selbstauflösung in der Behandlung eines Jungen
, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
Im Folgenden wird die 3-jährige analytische Behandlung des zu Beginn 7-jährigen Joshua vorgestellt. Joshua ist das Kind einer deutschen Mutter mit jüdischen Vorfahren, sein Vater stammt aus Nigeria. Der familiäre Hintergrund von Migration und Shoah – nunmehr in der 4. Generation – sowie frühe traumatische Objektbeziehungserfahrungen werfen die Frage der Umwandlung des Erlebens äußerer Heimatlosigkeit sowie innerer, psychischer Heimatlosigkeit auf; letztere manifestiert sich insbesondere als Fremdheit und Zerrissenheit im eigenen Körper.
Der vorliegende Artikel fokussiert auf behandlungstechnische Schritte zur Bewusstwerdung der traumainduzierten bzw. transgenerational vermittelten traumatischen Introjekte sowie deren Transformation in Repräsentanzen. Dazu werden drei Stränge mit ihren jeweiligen Verbindungslinien nachgezeichnet:
Im ersten Abschnitt steht die Darstellung der körpernahen Empfindensweisen im Zusammenhang mit frühen traumatischen Beziehungserfahrungen im Vordergrund. Diese äußern sich vornehmlich – in Anlehnung an Ogden – auf dem Niveau des autistisch-berührenden Modus.
Der zweite Teil konzentriert sich auf die Darstellung der Bewegungen hin zur paranoid-schizoiden Position, mitsamt der zugrundeliegenden körpernah erfahrenen Ängste.
Im dritten Abschnitt wird die Bearbeitung der mit der Shoah verbundenen Transmissionsvorgänge dargestellt, in deren Verlauf es dann zu wesentlichen Symbolisierungsleistungen kommt.

Schlüsselwörter: Autistisch-berührender Modus, frühes Trauma, traumatische Objektbeziehungserfahrung, transgenerationale Weitergabe.

Beitrag: Fatih Güç, Innere und äußere Migration zwischen Wiederholung und Neuschöpfung. Psychoanalytische Behandlung von Kindern und Jugendlichen aus islamischen Ländern
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, AKJP 141, 1/2009

E-Journal
Format: pdf
Preis: 5,90 €
Die Migrationsgeschichten der Familien haben einen großen Einfluss auf das Leben der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die Dynamik der Migration und damit verbundene unverarbeitete Konflikte der Eltern fließen in die Problematik der Kinder ein und drängen in die Behandlung. Die Kinder und Jugendlichen mit islamischem Hintergrund stehen stark unter dem kulturellen Einfluss, selbst wenn sie hier geboren sind.
Nach der Vorstellung eines in der Praxis entwickelten psychoanalytischen Konzepts, zeigt der Autor einige Besonderheiten der islamisch geprägten psychischen Struktur auf und beleuchtet diese psychoanalytisch. Dabei werden einige psychoanalytische Begriffe wie Identifizierung, Dissoziation usw. in Bezug auf den kulturellen Rahmen interpretiert. Die Wichtigkeit des Scham- und Schuldaffektes im kulturellen Rahmen wird hervorgehoben. Das Kulturelle bekommt einen besonderen Stellenwert und wird gleichzeitig im Transkulturellen aufgehoben und überwunden.
An zwei Fallbeispielen aus der eigenen Praxis werden die theoretischen Ausführungen verdeutlicht und die behandlungstechnischen Implikationen ausgearbeitet. Zum Schluss wird an einem der Fallbeispiele zusätzlich das Konzept der Nachträglichkeit als ein dialektisches Zusammenwirken von Kausalität und Finalität diskutiert. Dies wird sowohl in Bezug zur Migration gesetzt, wie auch als ein transkulturelles bzw. innerpsychisches Phänomen verstanden.

Schlüsselwörter: Migration, Interkulturalität, Identitätsbildung, Dissoziation, Intersubjektivität, Nachträglichkeit.

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