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Helmut Luft
Der Mann über 60 - ein Ratgeber
1. Aufl. 2020
216 S., 15,5 x 23,5 cm, Pb. Großoktav
22,90 €
ISBN 9783955582784

Lieferbar

Luft stellt die reiferen Jahre des Mannes unter einem ganzheitlichen Ansatz dar. Das umfasst sowohl die biologisch-körperlichen wie auch den psychisch-geistigen Aspekte des männlichen Seins. Das Wesen des Mannes wird aus der Entwicklung seiner Organsysteme und den Stufen der psychischen Entwicklung mitsamt den unbewussten Phantasien und Handlungsweisen abgeleitet. Dabei wird eine Korrektur seines phallokratischen Selbstverständnisses durch den Feminismus als notwendig angesehen. Ein in die Tiefe gehender Ratgeber: ohne Tabus und mit der notwendigen Direktheit und mit unterstützender Empathie und wissenschaftlicher Erfahrung geschrieben.

Das dritte Lebensalter von 60 bis 80 ist Höhepunkt und Zeit der Reife, aber auch des Wandels. Probleme der Berufsaufgabe, der Spannungen zwischen den Generationen, der Schatten der Zeitgeschichte und des unterschiedlichen Alterns von Partnern werden auch in ihren unbewussten Aspekten beschrieben. Im Hinblick auf die im Laufe dieser 20 Jahre zu erwartenden bedrohlichen Altersveränderungen des Körpers wird die Notwendigkeit rechtzeitiger Vorsorge betont.

Im vierten Lebensalter ab 80 Jahren geht es um den Umgang mit den bereits eingetretenen oder unmittelbar drohenden Verlusten, Leiden und Gebrechen. Luft beschreibt den Sinn von Fehlleistungen, Träumen, Märchen und die weitgehend unbekannt gebliebenen Hilfen, die sie für gutes Älterwerden bieten. An Beispielen von Dichtern und Künstlern wird nachgewiesen, wie die Kreativität sich oft erst im Alter besonders entfaltet.   Zum dringlichen Thema Demenz vertritt Luft die Ansicht, dass diese nicht nur als (bisher behandlungsresistente) Krankheit, sondern auch als eine natürliche Lebensphase gesehen werden kann, und das Vergessen stimmungsausgleichende Wirkung haben kann. Die letzten Kapitel handeln von der Vorbereitung auf das Sterben und die Ideen, die Philosophie, Religion und moderne Psychoanalyse dazu beitragen.

 

 

Inhalt

Vorwort


Kapitel 1: Einführung
Die Bestie Mann
Die Schritte zur Menschwerdung
Das Menschliche – die neue Dimension
Die Zähmung der Bestie - Kindheit und Erziehung


Kapitel 2: Der Mann im Spannungsfeld des Zeitgeists
Die Krone der Schöpfung – ein Bild von einem Mann
Der Untergang des Patriarchats


Kapitel 3: Der Mann ab 60 im Wandel der Zeiten – das 3. Alter
Auf der Höhe des Lebens
Die Ahnung vom Abstieg
Alles fließt – Wandlungen von Beziehung und Identität
Licht und Schatten der Zeitgeschichte
Tradierung über mehrere Generationen
Lebensplanung für das 3. Alter
Neue Wege zu Glück und Zufriedenheit


Kapitel 4: Der Körper im 3. Alter – vom Mann zum Greis
Vom Bild zum Horrorbild – die Angst vor dem Altern
Die Illusion von ewiger Jugend
Sehschwäche und Augenleiden
Altersschwerhörigkeit
Geruch und Geschmack
Das stolpernde Herz und der stockende Fluss des Lebens
Die Bauchorgane – Ernährung und Lebensmitte
Die Nieren – den Fluss des Lebens regulieren
Die umweltbedrohten Atmungsorgane
Das Bewegungssystem – Verschleiß und Ersatz
Prostatakrebs – Bedrohung der Männlichkeit
Hautkrebs: die Gefahren der Sonne
Altern durch Immunschwäche und Entzündungen
Höchste Zeit für die aktive Vorsorge
Chronische Leiden und Risikofaktoren
Regeln für den Mann im 3. Alter

Kapitel 5: Das 4. Alter – der Mann ab 80
Leben und Träume mit 80
Die Wahlverwandten der Jugendzeit – Freundinnen und Ehefrau
Wahlverwandte im Alter – das neue Beziehungsnetz
Bis dass der Tod euch scheidet – Verlust der Partnerin
Im Trauerjahr
Die Kunst, allein zu leben
Der Homo politicus ab 80
Leben und Träumen mit 94

Kapitel 6: Altersleiden und Gebrechen
Die Welt wird trüber – Sehschwäche und Erblindungsangst
Altersschwerhörigkeit – Ausgrenzung und Isolierung
Herzschwäche und Kreislaufprobleme
Lungen – Atmung in unreiner Luft
Der Bauch – die Problemzone
Nierenschäden – die unterschätzte Gefahr
Hinfälligkeit und Gebrechlichkeit
Die Muskeln verschwinden – Sarkopenie
Der Sturz – das Verhängnis der Gebrechlichkeit
Entzündungen – eine Rundumbelagerung
Lebensphase Altersleiden Ratschläge


Kapitel 7: Phantasie – eine göttliche Gabe
Lebenslegenden und Todesverklärung
Vom Sinn der Phantasie
Alltagsphantasien zu Freuds Zeiten – Fehlleistungen
Träume sind Wunscherfüllungen
Männer brauchen Märchen
Alt aber glücklich
Die späte Kreativität älterer Männer

Kapitel 8: Der Abbau von Geist und Person
Neue Chancen für die Evolution
Denken mit 102 – ein Beispiel
Demenz als Krankheit des Organs Gehirn
Demenz als natürliche Lebensphase
Demenz – Drohung oder Trost
Geist und Person bewahren – Ratschläge


Kapitel 9: Die letzte Lebensphase
Der sterbende Körper
Die unsterbliche Seele
Das Ende kommt näher
Aufklärung und Psychoanalyse
Zeit und Ewigkeit


Kapitel 10: Der Mann ab 60 als Ratgeber
Vom Wert des Tradierens
Probleme des Tradierens in unserer Zeit
Persönliches Kommunizieren
Große Männer schaffen Leitbilder
Aktuelle öffentliche Tradierungen
Die Fackel weitergeben
 


Vorwort

Das Buch möchte Hinweise geben, wie Männer über 60 mit sich und mit den Problemen der reiferen Jahre und der noch verbleibenden Lebenszeit besser zurechtkommen können. Das geschieht in ganzheitlicher Sichtweise, die medizinische, psychoanalytische, soziale und Entwicklungsaspekte umfasst. Eine Neuorientierung ist nötig. Aus dem Lebensabend ist ein langer Lebensnachmittag geworden. Viele heute 80-jährige Männer fühlen sich biologisch wie früher die 60-Jährigen. Die Zeit des Berufslebens verlängert sich, aber das Rentenalter verlängert sich noch mehr, sodass es praktisch schon eine 2. Lebenshälfte ist, für die man rechtzeitig vorsorgen muss – müsste, denn viele Männer haben zwar rational mitbekommen, dass sie wahrscheinlich 10 bis 20 Jahre länger leben werden, erwarten aber unverändert, dass ihr Leben nach dem traditionellen Vorbild ihrer Eltern und Vorfahren verläuft (»in meiner Familie sterben alle mit 60«) und bringen sich damit in die Gefahren unnötigen vorzeitigen Alterns, Siechtums oder Sterbens. Die Planung für die zweite Lebenshälfte muss ganzheitlich sein. Das Buch beschreibt, was einen Mann ab 60, dem Beginn des Alters, in seinem 3. und 4. Alter erfahrungsgemäß erwartet und welch unterschiedliche Faktoren dazu beitragen. In den Kapiteln über die Altersstufen werden den Ereignissen, Verlusten und Veränderungen das unbewusste Erleben, die Träume und die oft archaischen Antworten und Bewältigungsversuche gegenübergestellt. Das Verhalten als homo politicus wird mit den Prägungen jeder Generation durch den Zeitgeist in Beziehung gesetzt. Altern, Altersleiden und Sterben ist unser »animalisches« Schicksal, den Körper haben wir mit den Tieren gemeinsam. Er bestimmt das biologische Befinden und die Lebensdauer. Von den Stufen der Evolution des männlichen Körpers und seiner Organe aus biologisch-pflanzlichen Vorstufen über die von einfachen Organismen über Wasser- zu Landbewohnern, Säugetieren und Primaten aufsteigende Tierreihe sind Reste jedes Entwicklungsstadiums wirksam und tragen zum Funktionieren des Körpers und zum Alterungsprozess bei. Von daher sind Alterungskaskaden, Verjüngungsschübe und Regressionen mit Reaktivierung früherer Funktionsstufen besser zu verstehen und zu beeinflussen. Die moderne Medizin ist organbezogen, jeder Facharzt ist Spezialist für ein bestimmtes Organ. Multiorganversagen ist die moderne Bezeichnung für Sterben. Das eigentlich Menschliche mit Großhirn, Bewusstsein, Sprache, Technik, Medizin, Kultur und sozialem Verhalten ist erst sehr spät in der Evolution entstanden und ist bisher nur ein dünner Überbau über der Biologie und Animalität des Körpers. Es brauchte nochmal viel Zeit, bis sich der kultivierte Mann unserer Zeit aus den wilden Vormenschen und den noch weitgehend animalisch geprägten, unzivilisierten Urmenschen entwickelt hatte. Das Verhalten von Urmenschen liegt beim modernen Menschen alltäglich bereit und bricht immer wieder durch. Das Leben eines Mannes mit seiner persönlichen Lebensgeschichte, seinen Prägungen, Traumatisierungen und Phantasien ist im Vergleich zur Evolution sehr, sehr kurz. Das mahnt daran, spätestens im Alter sein Leben als kostbares Geschenk zu erkennen und die reichhaltigen Chancen, die es bietet, zu leben. Das Menschliche überformt alle Vorstufen in einzigartiger Weise. Das Gehirn hat eine ungeheure Plastizität und entwickelt sich, wenn es gefordert wird, immer weiter, im Gegensatz zu den anderen Organen. Die Erfahrungs- und Reifungskurve steigt auch im hohen Alter noch an, während die Abbaukurve nach unten geht. Alle Alterserscheinungen ergeben sich aus der Wechselwirkung zwischen biologisch-animalisch-körperlich-materiellen mit menschlich-psychisch-geistig-ideellen Einflüssen, die oft dominieren. Die Phantasien schreiben allem Bedeutungen zu, beeinflussen Funktionen, schaffen Symptome, finden kreative Lösungen und Tröstungen für alles schwer Erträgliche. In den Kapiteln über den Körper in verschiedenen Altersstufen werden wegen der grundsätzlichen Bedeutung für das biologische Altern und die Lebensdauer die erfahrungsgemäß häufig vorkommenden Leiden und Gebrechen unter ganzheitlichen Aspekten dargestellt und Ratschläge vor allem zur Vorbeugung gegeben. Das Buch ist ein Ratgeber, im Unterschied zu den bisherigen Büchern des Autors, deren Ziel die Sensibilisierung war. Die Ratschläge werden aber nicht als komplizierte, mit abschreckenden Zahlen verbundene Anweisungen gegeben, sondern als einfache Faustregeln, die das Wesentliche benennen und auch von Älteren befolgt werden können. Es wird damit leichter, die Selbstbehinderungstaktiken, über die jeder verfügt, zu durchschauen und auszuschalten. Mit den Ratschlägen ist ausdrücklich keine medizinische Selbstbehandlung beabsichtigt, wohl aber eine Basis für vertrauensvolles, auch mal kritisches – und selbstkritisches – Sich-Abstimmen und Zusammenarbeit mit dem persönlichen Arzt. Das wesentliche Ziel des Buches ist, die Nachteile, Beschwerden und Verluste der zweiten Lebenshälfte durch Beachten ganzheitlicher Zusammenhänge und durch achtsamen Umgang mit sich und mit seinem Körper vermeiden und besser ertragen zu lernen, und darüber hinaus die Vorteile, den Lebensertrag, die reiche Ernte, das Spiel des Lebens mit seinen vielen Nuancen wahrnehmen und genießen zu können.

 

 


Presseecho

»Ein in die Tiefe gehender Ratgeber: ohne Tabus und mit der notwendigen Direktheit und mit unterstützender Empathie und wissenschaftlicher Erfahrung geschrieben.«

(Marga Prankl und Walter Prankl, kultur-punkt.ch)

 

»Ein lesenswertes Buch, das den Leser zur Konfrontation mit dem Alterungsprozess auffordert und Stoff zum Nachdenken bietet.«

(Bernd Kuck, buchbesprechungen-psychotherapie.de)

 
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