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Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP) 128, 4/2005
Frühes Trauma
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 128
Mit Beiträgen von Uta Einnolf, Barbara Hinz, Frank Rosenberg, Sabine Vogel
1. Aufl. 2005
136 S., Pb.
19,90 €
ISBN 9783860998489

vergriffen, keine Neuauflage * Bestellung abgelegt

 

 

 

Inhalt


Vorwort

Barbara Hinz
Der innere Kampf eines replacement-child zwischen verfolgenden Schuldängsten und der Wahrnehmung der Depression der Mutter

Uta Einnolf
»Dein Ort ist, wo Augen dich ansehen«
Interaktionserfahrungen in der Behandlung einer adoleszenten Patientin mit früher Traumatisierung

Sabine Vogel
Abschied von der Jugend: »Es muß im Leben mehr als alles geben«
Aus Psychotherapien mit jungen Erwachsenen

Frank Rosenberg
Das Extrem-Trauma, die transgenerationale Weitergabe und die Umkehrung der Container-Contained-Beziehung am Beispiel der Shoah

Werkstattbericht
Sabine Vogel
Ratschläge



Abstracts


Barbara Hinz
Der innere Kampf eines replacement-child zwischen verfolgenden Schuldängsten und der Wahrnehmung der Depression der Mutter

Es wird die Entfaltung des analytischen Prozesses während der ersten eineinhalb Jahre der Behandlung eines Jungen mit autistoiden Zügen dargestellt, der bei Behandlungsbeginn acht Jahre alt war. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die spezifischen Abwehrformen (sich abdichten und überschwemmen) gelegt, die sich gegen die gefürchtete Wahrnehmung (s)einer depressiven Mutter richten. Er phantasiert sich – im Hinblick auf das vor ihm tot geborene Geschwister – in einem ursächlichen Schuldzusammenhang für die »Beschädigung« des Objekts. Diese Phantasie ist mehrfach determiniert und schließt u.a. seine Beschädigung durch elterliche Projektionen ein, die ihn i.S. einer »reversed perspective« überfordern mussten

Schlüsselwörter: Projektion, Übertragung, psychoanalytische Therapie.


Uta Einnolf
»Dein Ort ist, wo Augen dich ansehen«
Interaktionserfahrungen in der Behandlung einer adoleszenten Patientin mit früher Traumatisierung

In diesem Beitrag gruppieren sich Überlegungen um eine Fallstudie, in der es um die Behandlung einer Jugendlichen mit früher Traumatisierung durch den Tod der Eltern geht. Es werden bestimmte Momente der Behandlung, die als Aspekte der interaktiven Beziehungsgestaltung im psychoanalytischen Feld angesehen werden, und die gemeinsame Arbeit an diesen konkreten Interaktionsmustern beschrieben. Affektive Irritationen der Behandlerin in bestimmten Behandlungssequenzen werden als eine spezielle Form der gemeinsamen Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen interpretiert. Das visuelle Moment im Sehen und Gesehenwerden erhält dabei eine besondere Rolle. Es geht um den Prozess der sich entwickelnden Selbstwahrnehmung einer um Selbststabilität ringenden jugendlichen Patientin mit äußerst labilen Selbst- und Objektrepräsentanzen. Mikroskopische Momente als interagierte Szenen in der Behandlung kennzeichnen den ausgewählten Aspekt aus einem langjährigen vielschichtigen Behandlungsprozess.

Schlüsselwörter: Elternverlust, Trauma, Übertragung- und Gegenübertragung, Körpersprache, Trauer, Identifizierung


Sabine Vogel
Abschied von der Jugend: »Es muß im Leben mehr als alles geben«
Aus Psychotherapien mit jungen Erwachsenen

Ein Reifungsmärchen und ein Fallbericht durchziehen die folgende Darstellung der Entwicklungsproblematik von Heranwachsenden. Auf dem Hintergrund der psychotherapeutischen Arbeit mit dieser Altersgruppe (18-21 Jahre) werden die Entwicklungsaufgaben und die spezifischen Konflikte dieser Phase charakterisiert. Dies schließt auch den Blick auf die neurotischen Verwicklungen der Eltern ein. Einige Anmerkungen zur therapeutischen Technik ergänzen die Darstellung

Schlüsselwörter: Spätadoleszenz, junge Erwachsene, Behandlungstechnik


Frank Rosenberg
Das Extrem-Trauma, die transgenerationale Weitergabe und die Umkehrung der Container-Contained-Beziehung am Beispiel der Shoah

Der Beitrag beleuchtet die Mechanismen der transgenerationalen Weitergabe extremer und chronischer traumatischer Beziehungserfahrungen sowie deren Niederschläge innerhalb der Eltern-Kind-Beziehung am Beispiel der Shoah. Die Merkmale der Extremtraumatisierung, posttraumatischen Bewältigungsstrategien sowie der Transmissionsprozesse, auf die in dem Beitrag eingegangen wird, lassen sich aufgrund struktureller Ähnlichkeiten gleichermaßen anderen traumatischen Kontexten zurechnen. Eine zentrale These ergibt sich aus der Gegebenheit, dass es in den Generationenabfolgen, die durch die Weitergabeprozesse wesentlich gezeichnet sind, regelmäßig zu Umkehrungen der Container-Contained-Beziehung innerhalb der Eltern-Kind-Beziehungen kommt. Die Transmissionsprozesse werden anhand traumatischer Introjektionsprozesse, der projizierten unbewussten Inhalte, der Ausformungen der familiären Beziehungsstrukturen sowie pathogener Faktoren in der frühen Eltern-Kind-Beziehung beschrieben.

Schlüsselwörter: Transgenerationale Weitergabe extremer und chronischer traumatischer Beziehungserfahrungen, Extrem-Trauma, Umkehrung der Container-Contained-Beziehung, Prozess der Introjektion.

 

 

 

 
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