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Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP) 126, 2/2005
Körperstörungen/Behandlungsabbrüche
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 126
Mit Beiträgen von Emil Branik, Claudia Burkhardt-Mußmann, Karl Christian Jany, Christiane Ludwig-Körner, Veronica Mächtlinger, Katarzyna Schier
1. Aufl. 2005
136 S., Pb.
19,90 €
ISBN 9783860998465

vergriffen, keine Neuauflage * Bestellung abgelegt

 

 

 

Inhalt


Vorwort

Veronica Mächtlinger
Falldarstellung einer hochfrequenten Kinderanalyse

Karl Christian Jany
Überlegungen zum Behandlungsabbruch in der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Emil Branik
Anorexia nervosa – Die Krankheit der Widersprüche Anmerkungen zur Frage der Behandlungsmotivation

Katarzyna Schier
»Ein Streichholzjunge«
Das Körperbild im Verlauf der psychoanalytischen Therapie eines an Neurodermitis und Asthma bronchiale leidenden Kindes

Claudia Burkhardt-Mußmann
»Mein Kind gehört mir« – Das krank gemachte Kind und seine Mutter
Zum Munchhausen-by-proxy-Syndrom

Forum
Christiane Ludwig-Körner
Aufbruchstimmung in der Gründerzeit – Skizzen aus der Frühzeit der Kinderpsychotherapie und Psychagogik



Abstracts


Veronica Mächtlinger
Falldarstellung einer hochfrequenten Kinderanalyse

Anhand der Falldarstellung einer hochfrequenten Kinderanalyse mit einem schwer traumatisierten 3½-jährigen Mädchen wird verdeutlicht, wie eng das Durcharbeiten in einer Psychoanalyse mit der Frequenz verküpft ist. Hochfrequente Arbeit ermöglicht und bewirkt eine besondere Dichte in der Übertragungsbeziehung und nur dadurch kann die spezifische Subjektivität des Patienten erforscht werden, dass dieser sein Trauma bearbeiten und verarbeiten kann.

Schlüsselwörter: Frequenz, Übertragung, Durcharbeiten, Kinderanalyse.


Karl Christian Jany
Überlegungen zum Behandlungsabbruch in der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Diese Arbeit sucht einen verstehenden Zugang zum Behandlungsabbruch in der analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie. Dafür wird in einem ersten Schritt Freuds Dora-Krankengeschichte, die mit einem Abbruch endete, nachbetrachtet, das psychoanalytische Konzept der negativen therapeutischen Reaktion herangezogen und die Ergebnisse einer empirischen Studie zum Behandlungsabbruch referiert. Der zweite Schritt besteht in Fallvorstellungen und deren Diskussion. Abschließend werden zwei Aspekte für die Betrachtung eines Behandlungsabbruches vorgeschlagen: der Prozess einer Projektion mit anschließender phobischer Vermeidung, dessen interaktionelle Darstellung mit unterschiedlich starker Beteiligung des analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und die dahinter stehende mögliche Psychodynamik des Geschehens.

Schlüsselwörter: Behandlungsabbruch, negative therapeutische Reaktion, Interaktion, Introjektion des bösen Objekts, Psychodynamik.


Emil Branik
Anorexia nervosa – Die Krankheit der Widersprüche Anmerkungen zur Frage der Behandlungsmotivation

Von Patientinnen mit einer Anorexia nervosa wird ein bedrohliches Krankheitssymptom nicht als ein Problem, sondern als eine Lösung erlebt. Die Frage der Motivation, daran etwas zu ändern, ist entscheidend für eine Erfolg versprechende Behandlung. Es werden psychodynamische und familiendynamische Knotenpunkte dargestellt, welche für die Behandlungsmotivation bedeutsam sind. Neuere biologische und kognitive Erkenntnisse im Hinblick auf die Therapie der Magersucht werden berücksichtigt. Die Notwendigkeit der psychodynamischen Betrachtungsweise wird betont, um der subjektiven emotionalen Perspektive der Patientinnen gerecht zu werden und die behandlungstechnischen Probleme während der Psychotherapie zu bewältigen.

Schlüsselwörter: Anorexia nervosa, Psychodynamik, Psychotherapie, Behandlungsmotivation.


Katarzyna Schier
»Ein Streichholzjunge«
Das Körperbild im Verlauf der psychoanalytischen Therapie eines an Neurodermitis und Asthma bronchiale leidenden Kindes

Die Autorin schildert den Verlauf der psychoanalytischen Therapie eines kleinen Jungen, der an Neurodermitis und Asthma leidet, im Kontext der Veränderungen seines Körperbildes. Die Problematik des Körperbildes bei psychosomatischen Störungen wird in Bezug auf die Affektregulie¬rungstheorie diskutiert. Zeichnungen des Jungen dienen als Illustrationsmaterial. Die Analyse von Kinderzeichnungen ist eine wichtige Form der Behandlungstechnik in der psychoanalytischen Psychotherapie von Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen.

Schlüsselwörter: Psychosomatische Erkrankungen, Asthma bronchiale, Neurodermitis, Körperbild, Kinderzeichnungen.


Claudia Burkhardt-Mußmann
»Mein Kind gehört mir« – Das krank gemachte Kind und seine Mutter
Zum Munchhausen-by-proxy-Syndrom

Der Beitrag befasst sich mit der Behandlung eines Kindes, das ca. sechs Jahre nach Therapieende die Diagnose Munchausen-by-proxy-Syndrom (MbpS) gestellt bekam und in der Folge von der Mutter getrennt und fremd untergebracht wurde. In der Phase, die der Fremdunterbringung voraus ging, wurde die Psychotherapeutin auf Wunsch der Patientin zur Verdachtsabklärung hinzugezogen. Hinter dem literarisch klingenden Namen – zu Deutsch: Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom – verbirgt sich eine bizarre Form der Kindesmisshandlung. Bei dem MbpS täuschen Mütter Krankheiten bei ihren Kindern vor bzw. verstehen es, Krankheitssymptome mit zum Teil grausamen Methoden bei ihren Kindern auszulösen. An die Aufarbeitung dieses Falles war der Wunsch geknüpft, die Ursachen der zerstörerischen Psychodynamik zwischen Mutter und Kind zu begreifen. Es werden ferner Fragen zur diagnostischen Abklärung und zur Einschätzung von Behandlungsmöglichkeiten problematisiert. Der Fall war auch deshalb von besonderem Interesse, weil Patienten mit diesem Syndrom als therapieresistent gelten.

Schlüsselwörter: Münchhausen-by-proxy, Kindesmisshandlung durch Mütter, heimlich erzeugte Krankheiten, transgenerationale Weitergabe, perverses Bemuttern.

 

 

 

 
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