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Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (AKJP) 121, 1/2004
Angst und Destruktivität
Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 121
Mit Beiträgen von Anna Gätjen-Rund, Barbara Pfleiderer, Winfrid Trimborn, Angelika Wolff
1. Aufl. 2004
160 S., Pb.
19,90 €
ISBN 9783860998410

vergriffen, keine Neuauflage * Bestellung abgelegt

 

 

 

 

Inhalt


Vorwort

Winfrid Trimborn
Der Verrat am Selbst – Zur Gewalt narzisstischer Abwehr

Anna Gätjen-Rund
»Überwinden und Verwandeln oder Erstarren und Festsitzen«
Über die Bedeutung der Gegenübertragung für die Behandlungstechnik

Barbara Pfleiderer
»Red’ nicht, spiel!«
Veränderungen im Verständnis der angewandten Psychoanalyse bei Kindern und Jugendlichen mit Fallbeispielen aus 25 Jahren

Angelika Wolff
Wenn Angst und Destruktivität in der Schule inszeniert werden

Register der Hefte 101 bis 120
Chronologisches Verzeichnis der Beiträge und Hefte
Alphabetisches Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
Schlagwort-Register

Register der Rezensionen der Hefte 1 bis 120 (1971–2002)



Abstracts


Winfrid Trimborn
Der Verrat am Selbst – Zur Gewalt narzisstischer Abwehr

Der Autor geht dem komplexen Verhältnis von gesundem und pathologischem Narzissmus nach. Letzteren interpretiert er als Folge einer Traumatisierung in der präobjektalen Ichentwicklung, die mit einer primitiven Abwehrorganisation einhergeht (projektive Identifizierung, Spaltung, manische Verleugnung, Omnipotenz, Idealisierung und Entwertung). Daraus folgt eine Verschmelzungssehnsucht mit einem idealisierten primären Objekt, die mit der Angst vor Selbstverlust und der Abwehr dieser Angst einhergeht. Die Eigendynamik dieser pathologischen Abwehrorganisation bringt es mit sich, dass der Versuch der Rettung des Selbst zur Schwächung und letztlich Zerstörung des Selbst führt. Deshalb spricht der Autor vom »Verrat am Selbst«. Zahlreiche eingestreute Fallvignetten exemplifizieren diese Form narzisstischer Organisation.

Schlüsselwörter: narzisstische Abwehr, inzestuöse Struktur, Gewalt.


Anna Gätjen-Rund
»Überwinden und Verwandeln oder Erstarren und Festsitzen«
Über die Bedeutung der Gegenübertragung für die Behandlungstechnik

Die Autorin schildert zwei schwierige Phasen in zwei lang andauernden Kinderanalysen mit einem sechs Jahre alten Jungen und einem vier Jahre alten Mädchen. Sie beschreibt in beiden Fällen die Unfähigkeit zu spielen und zu symbolisieren und die Veränderung dieser Phasen. Der Fokus liegt auf der Dynamik im Prozess von Übertragung und Gegenübertragung, insbesondere auf dem Erleben der Gegenübertragung. Traumatisches Material, welches zu Beginn beider Behandlungen noch nicht erkennbar war, offenbart sich im Laufe der Zeit.
Weiterhin intendiert die Autorin, die analytischen Prozesse in den Behandlungen mit psychoanalytischer Theorie zu unterlegen. Dabei stehen im Zentrum M. Kleins Konzept der »projektiven Identifizierung«, Winnicotts »object destruction« und Ogdens »autistisch-berührende Phase«.

Schlüsselwörter: Unfähigkeit zu spielen, Mangel an Symbolisierungsfähigkeit, Gegenübertragung, projektive Identifizierung, Objektzerstörung, autistisch-berührende Phase.


Barbara Pfleiderer
»Red' nicht, spiel!«
Veränderungen im Verständnis der angewandten Psychoanalyse bei Kindern und Jugendlichen mit Fallbeispielen aus 25 Jahren

Ausgehend von zwei Fallbeispielen versucht die Autorin, ihre persönliche Entwicklung als analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin über den Zeitraum von 25 Jahren darzustellen mit Blick auf die Veränderungen innerhalb der kassenärztlichen Versorgung und im Besonderen auf die prägenden Erfahrungen mit den Patienten und ihren Eltern. Die therapeutische Arbeit mit real traumatisierten Patienten hat dazu beigetragen, analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Theorie und Praxis genauer zu differenzieren und die entwicklungsfördernden Anteile in der gesamten analytisch begründeten Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen.

Schlüsselwörter: Beziehung und Entwicklung, analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen.


Angelika Wolff
Wenn Angst und Destruktivität in der Schule inszeniert werden

Der Arbeit liegt das Untersuchungsmaterial eines laufenden interdisziplinären Forschungsprojektes über die individuellen und institutionellen Aspekte der Konfliktgeschichten nicht beschulbarer Jugendlicher mit Schule und Jugendhilfe zu Grunde. Die folgenden Überlegungen und Darstellungen beziehen sich im Wesentlichen auf den psychoanalytischen Teil des Projektes; psychoanalytisches Verstehen und psychoanalytische Diagnostik und Therapie können wichtige Beiträge für eine qualifizierte vernetzte Versorgung schwieriger Kinder und Jugendlicher im Bereich von Schule und Jugendhilfe leisten.

Schlüsselwörter: Angst, Destruktivität, Jugendhilfe, Lernen, Schule, Schulschwierigkeiten.

 

 

 

 

 
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