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Unser aktuelles Programm 2022

Flucht und Trauma

Claudia Burkhardt-Mußmann / Frank Dammasch (Hrsg.)

Migration, Flucht und Kindesentwicklung

Das Fremde zwischen Angst, Trauma und Neugier

Die Beitragenden befassen sich mit den traumatischen Auswirkungen von Flucht und Migration auf Kinder und Jugendliche. Sie tun das aus zwei Perspektiven: Indem sie die Kinder als Fremde in der Fremde und sich selbst als Angehörige der Mehrheitsgesellschaft ansehen, deren Begegnung mit dem Fremden in einem beruflichen Kontext stattfindet. Gemeinsam ist beiden, dass sie einen ebenso neugierig-suchenden wie libidinösen Zugang zum Fremden entwickelt haben.

»Vor allem der Fokus auf die Bindungsentwicklung und deren Zusammenhang mit Entwurzelung und Traumatisierung erscheint fruchtbar. Auch die Betonung der vermiedenen/verdrängten Trauer auf Kosten der oberflächlichen Anpassung und des Funktionierens verdient Beachtung, ebenso die Gefahr der Parentifizierung von Kindern.« (Mathias Alfranseder und Johannes Hauck, in: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie)

Psychoanalyse

Sabine Schlüter / Victor Blüml (Hrsg.)

Fuck you – Zur Psychoanalyse von Aggression, Destruktivität und Gewalt

Sigmund-Freud-Vorlesungen 2021

Die Sigmund-Freud-Vorlesungen 2021 erkunden, wie Aggression, Zerstörung und Gewalt aus psychoanalytischer Sicht zu verstehen sind. Dabei werden Fragen der metapsychologischen Verortung ebenso gestellt wie Fragen danach, welche Rolle die Aggression in der individuellen Entwicklung, in der therapeutischen Klinik, in Kunst, Kultur und Gesellschaft spielt. Äußerungen von Aggression sind jene Phänomene, die uns sowohl individuell als auch in Staat und Gesellschaft am meisten zu schaffen machen. Als Gewalt laut und schreckenerregend, dominieren sie, wo sie vorfallen, augenblicklich den Diskurs – nur um als Destruktivität, weit weniger auffällig und zu Strukturen in Beziehungen und Institutionen geronnen, das Geschehen zu bestimmen. Am Umgang mit ihnen zu scheitern, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Krieg und Propaganda

Roger Money-Kyrle

Die Psychologie von Krieg und Propaganda

Ausgewählte Schriften Band 1

In diesem ersten Band der »Ausgewählten Schriften« werden Money-Kyrles hierzulande weitgehend unbekannten Beiträge zu sozialanthropologischen und politischen Fragen erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. Sie wurden entscheidend mitgeprägt von der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Im Oktober 1932 wurde Money-Kyrle Zeuge einer Veranstaltung, bei der Goebbels und Hitler sprachen. Seine minutiöse Analyse der Wirkung von Propaganda auf die ekstatische Masse lässt sich fast unverändert auf heutige Verhältnisse übertragen.

Kolonialgeschichte

Henning Melber /Kristin Platt (Hrsg.)

Koloniale Vergangenheit – postkoloniale Zukunft?

Die deutsch-namibischen Beziehungen neu denken

Mitte Mai 2021 wurde von den Sonderbeauftragten Deutschlands und Namibias als Ergebnis von neun Verhandlungsrunden seit Ende 2015 ein »Versöhnungsabkommen« paraphiert. Als bislang einzigartigen Schritt einer ehemaligen Kolonialmacht erkennt dieses Abkommen den in Südwestafrika verübten Völkermord politisch und moralisch an. Die vereinbarte »Geste der Anerkennung« wird seither in beiden Ländern kontrovers diskutiert. Vor diesem Hintergrund stellt dieser Band die verschiedenen Perspektiven vor und lässt dabei unterschiedliche Stimmen aus Politik, Zivilgesellschaft und Kultur in Deutschland und die Sicht der Betroffenen in Namibia zu Wort kommen. Damit soll die Bandbreite der Meinungen und Versuche zur Bearbeitung der kolonialen Hinterlassenschaften am Beispiel des deutsch-namibischen Beziehungsgeflechts, aber auch im Umgang mit der Erinnerung an Massengewalt und Genozid in der Geschichte insgesamt dokumentiert werden.

Résistance

Gerhard Bökel

Bordeaux und die Aquitaine im Zweiten Weltkrieg

Nazi-Besatzung und Kollaboration, Widerstand der Résistance und bundesdeutsche Nachkriegskarrieren

Bei den deutschen Besatzern war für die Deportation der Juden, die Verfolgung der Résistance und damit verbundene Geiselerschießungen der für den Kriegseinsatz freigestellte Frankfurter Richter Hans Luther als Polizeikommissar verantwortlich. Dies und andere Kriegsereignisse schildert Gerhard Bökel mit zahlreichen, bisher noch nicht veröffentlichten Dokumenten. Anschaulich beschreibt er das vielfältige Lagersystem auf französischem Boden mit Internierungslagern, Arbeitslagern und Lagern für Kriegsgefangene, darunter viele Muslime. Bei der Darstellung der Résistance konnte Bökel auf persönliche Berichte von Widerstandskämpfern und von letzten Zeitzeugen, wie den der fast einhundertjährigen Renée Lacoude, zurückgreifen.

 

 

Dierk Ludwig Schaaf

Jean Moulin, Begründer der Résistance

Der französische Widerstand gegen Gestapo und Nazi-Herrschaft

In Frankreich wurde das Leben des Begründers der Résistance Jean Moulin zunächst von seiner älteren Schwester Laure Moulin beschrieben, dann von zahlreichen Historikern erforscht, von Journalisten dargestellt. Er wurde zum Mythos. In der deutschen Literatur aber gibt es nichts über dieses Opfer der Nazi-Gewalt. Hier ist eine Lücke im Gedächtnis der deutsch-französischen Vergangenheit zu schließen. Dabei lenkt der Autor den Blick auch auf die von de Gaulle gezielt gesteuerte Rolle der Moulin-Verehrung in der französischen Nachkriegsgeschichte.

Erinnerungskultur

Petra Kunik / Rolf Glaser / Susanna Faust-Kallenberg (Hrsg.)

Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein

Je größer der zeitliche Graben zwischen dem Holocaust und der Gegenwart wird, desto schwerer fällt es der deutschen Gesellschaft, sich die Erinnerung um das Geschehene zu bewahren. Der Verlust der Zeitzeugen – sowohl der Opfer als auch der Täter – ermöglicht eine emotionale Distanzierung. Das führt nicht nur dazu, dass das Geschehene mehr und mehr in den Hintergrund der Erinnerung rückt, sondern dass das Gedenken und die historische Erinnerung an sich in Frage gestellt werden. Gleichzeitig erstarkt der Antisemitismus und alte Argumentationsmuster tauchen aus der Versenkung auf. In diesem Kontext wird nun die Diskussion um die Entwicklung unserer Erinnerungskultur geführt.

 

 
 

Nationalsozialismus

Gerhard Wittenberger

Aufstieg und Scheitern des Militärpsychologen Max Simoneit im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland

Psychodynamisch-biografische Studie

Zum ministerialen und militärischen Führungspersonal während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gehörte Max Simoneit als fanatischer Vertreter eines, durch Kultur vergeistigten, »deutschen Soldatentums«. Seine Einlassungen zum Thema »Soldatentum« und seine Biografie scheinen geeignet, das Weiterleben der inneren Einstellungen nach 1945 sichtbar zu machen und an einem Beispiel zu erhellen. Wer war dieser Mann und wie ist er zu dem Akteur unter den Nazis der geworden, der er war? Diese Geschichte lässt sich nach 1945 nur verstehen, wenn man die damit zusammenhängenden Auseinandersetzungen, die Verhältnisse von Kontinuität und Brüchen klärt, wenn man die Fragen der Schuld und ihrer Abwehr im und nach dem Dritten Reich zu klären sucht. Angesichts ihrer unbewussten Bedeutungsgehalte lassen sich diese Phänomene nur unter Einbeziehung psychoanalytischer Konzepte angemessen beschreiben.

 

 

Nationalsozialismus und Judenverfolgung

Renate Hebauf

»Du wirst nach Amerika gehen«

Flucht und Rettung unbegleiteter jüdischer Kinder aus Frankfurt am Main in die USA zwischen 1934 und 1945

Das Buch erzählt die bislang ungeschriebene Geschichte von jüdischen Kindern, die zwischen 1934 und 1945 getrennt von ihren Eltern mit Kinderverschickungen aus Frankfurt am Main in die USA gerettet werden konnten. Anhand von zahlreichen Biografien schildert Renate Hebauf exemplarisch die oft tragische Ausreise von Kindern aus Deutschland, die ihre Eltern meist nicht wiedersahen. Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse verfolgt sie deren unterschiedliche Fluchtwege, Zwischenstationen und individuelle Rettungsgeschichten. Auch politische und gesellschaftliche Zusammenhänge sowie die Bemühungen und Schwierigkeiten der Hilfsorganisationen werden in dem Buch thematisiert. Dabei kommen zahlreiche ehemalige Kinderflüchtlinge selbst zu Wort sowie auch einzelne ihrer Nachkommen. Mit Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal nimmt das Buch außerdem Länder in den Blick, die für viele Kinder zu wichtigen, teils jahrelangen Zwischenstationen wurden.

Psychoanalyse

Christa Studt

Die Verbindung von Psychoanalyse und Mythos

Auf den Spuren Sigmund Freuds und des Weltschöpfungsmythos Enūma eliš

Die Verbindung von Psychoanalyse und Mythos ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die nach wie vor revolutionären Erkenntnisse aus Sigmund Freuds Werken: Freud gab dem Mythos wieder eine Heimat in der Psyche des Menschen. Die Autorin schildert im ersten Teil die spannende Geschichte der Vertreibung des Mythos in der europäischen Geistesgeschichte, die erst durch das epochale Werk Sigmund Freuds Die Traumdeutung endete. Der zweite Teil des Buches ist dem babylonischen Mythos Enūma eliš gewidmet, der die Ursprungserzählung und die Erzählung der Lebensgeschichte des Gottes Marduk sowie seine Weltschöpfung umfasst. Die Autorin spannt den Bogen von der babylonischen Erzählung zu den Erkenntnissen Freuds, wie Urhordentheorie, Ödipuskomplex und Narzissmus, die auch für das babylonische Werk anzuwenden sind.

Psychoanalyse

Guido Meyer

Konzepte der Angst in der Psychoanalyse, 3 Bände

Band 1: Sigmund Freud, Karl Abraham, Sandor Ferenczi, Otto Rank, Ernest Jones, Paul Federn, Wilhelm Reich, Melanie Klein

Meyers Trilogie über die Konzepte der Angst in der Psychoanalyse schließt eine Lücke in der psychoanalytischen Literatur. Als umfassendes Kompendium leistet es zugleich einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Psychoanalyse. Alle wichtigen Theorien über die Angst und Angststörungen, die in über 100 Jahren in der Psychoanalyse entwickelt worden sind, werden von Guido Meyer in drei Bänden eingehend erläutert. Besondere Berücksichtigung erfahren dabei die einzelnen Angsttheorien von Sigmund Freud, weil er seine Auffassungen zur Angst im Laufe seines langen Forscherlebens bedeutend modifiziert hatte und seine Theorien die elementare Grundlage für die Angstkonzepte anderer Autoren abgegeben haben.

Band 2: Robert Waelder, Heinz Hartmann, Hans W. Loewald, Michael Balint, Margaret S. Mahler, Donald W. Winnicott, John Bowlby, William R.D. Fairburn, Horst-Eberhard Richter

Band 3: Karl König, Wilfred R. Bion, Donald Meltzer, Ronald Britton, Otto F. Kernberg, Ralph R. Greenson

Psychoanalyse

Franco De Masi

Die Arbeit mit schwierigen Patientinnen und Patienten

Die Behandlung von schweren Neurosen, Traumata und Perversionen, von Borderline- und psychotischen Zuständen

Franco De Masi schreibt in seinem Buch: »Ich hoffe, meine Worte sind für all diejenigen nützlich, die an der Entwicklung der Psychoanalyse und ihrer heilenden Kräfte interessiert sind, und besonders für jene Kollegen, die mit schwierigen Patienten arbeiten und danach streben, feinfühlige und geschärfte therapeutische Fähigkeiten zu erlangen.«

»Franco De Masi schreibt konzise, wissenschaftlich und klar. Mit seinem konzeptionellen und klinischen Forschungsansatz in die Kernaspekte schwerer Störungen neurotischer und psychotischer Individuen vermittelt er Einsichten von großem klinischem Wert, um diesen schwer gestörten Patienten zu ermöglichen, ihr Leben zu ändern. Ein immens wertvoller Beitrag.« (Paul Williams, International Journal of Psychoanalysis)

Psychoanalyse

Sebastian Leikert (Hrsg.)

Das körperlich Unbewusste in der psychoanalytischen Behandlungstechnik

Dieser innovative Band markiert einen Aufbruch: An vielen Stellen wird ein vermehrtes Interesse an der Frage sichtbar, wie Körperlichkeit und Körpergedächtnis stärker in die psychoanalytische Arbeit einbezogen werden können. Das Buch versammelt hierzu aus dem nationalen und internationalen Bereich Richtung weisende Arbeiten von Christophe Dejours, Lutz Goetzmann, Ewa Kobylinska-Dehe, Sebastian Leikert, Riccardo Lombardi, Reinhard Plassmann, Jörg M. Scharff, Ulrich Schultz-Venrath, Timo Storck und Ursula Volz-Boers.



 

Mentalisierung und KITA

Karolina Lutze

Innere Denkräume schaffen

Psychoanalytisch-qualitative Studie zu Inklusion und Mentalisierung in der Kindertagesstätte

Inklusion ist ein vielfältig diskutiertes Thema im bildungspolitischen Diskurs. Das Ziel von Inklusion im Elementarbereich sollte sein, allen Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, unabhängig von sozialen Zuschreibungsprozessen oder Etikettierungen. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, neben den »sichtbaren« Barrieren auf rechtlicher, institutioneller oder professioneller Ebene auch jene zu beachten, die nicht sofort erkennbar sind. Lutze legt dabei den Fokus auf die psychodynamische Betrachtung von Ein- und Ausgrenzungsprozessen. Dabei untersucht Lutze anhand einer qualitativen Studie, inwiefern eine reflexive Haltung inklusive Prozesse beeinflussen kann. Sie stellt die Bedeutung eines inneren Denkraumes heraus, die letztlich als eine Voraussetzung für »äußere« Inklusion betrachtet werden können. Im Sinne »inklusiver« Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte sollte es dann darum gehen, entsprechende Handlungskompetenzen zu erlangen, die einen reflexiven Umgang mit (unbewussten) Interaktionsprozessen ermöglichen, um Strukturen zu schaffen, die innere Denkräume stabilisieren und erweitern.

 
   
   

 

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